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Beko Bilanzpressekonferenz 02.04.2002
austrostocks.com
Auf der Bilanzpressekonferenz der Beko Holding AG (WKN 920503) gaben der Vorstandsvorsitzende Peter Kotauczek und Finanzchef Peter Fritsch einen Überblick über die Entwicklung im Geschäftsjahr 2001, den Erwartungen für das laufende Jahr sowie langfristigen Zielen, dies berichten die Wertpapierexperten von "austrostocks.com".
Ein "ehr schlechtes viertes Quartal" mit "starken Rückgängen" sei bei Beko im Geschäftsjahr 2001 nach Angaben Kotauczeks der Grund für die Verfehlung des Turnarounds auf operativer Basis gewesen. Weiterhin seien durch den Umbruch in der österreichischen Bankenlandschaft Märkte nach Deutschland weggebrochen.
Das strategische Ziel, sich von einem lokalen IT-Dienstleister zu einem führenden überregionalen IT-Dienstleistungsintegrator zu wandeln, sei im Berichtsjahr erreicht worden. Somit könnten jetzt verschiedene Dienstleistungen integriert und Synergien innerhalb der Beteiligungen genutzt werden. Kotauczek zufolge würden alle Beteiligungen als IT-Dienstleister für die Integration von Customer Care, Systems Care und Data Care bei den Kunden sorgen.
Im Gesamtjahr 2001 seien die Umsätze um 7,5% auf 83,5 Millionen Euro gesteigert worden. Aufgrund der Einbrüche bei den vollkonsolidierten Einheiten im vierten Quartal sei mit -2,2 Millionen Euro ein positives EBIT verfehlt worden, im Vorjahr sei noch ein Plus von 1,0 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Somit ergebe sich eine EBIT-Marge von -2,2%, im Vorjahr habe der Wert bei +1% gelegen. Das Finanzergebnis habe von -10,1 Millionen Euro im Vorjahr auf +1,5 Millionen Euro gedreht, während das Ergebnis vor Steuern (EGT) um 8,4 Millionen Euro auf -0,7 Millionen Euro habe verbessert werden können.
In Summe habe das Ergebnis nach Steuern von -8,0 auf -1,1 Millionen Euro zugelegt. Wenn man die Ergebnisse, die anderen Gesellschaftern zustünden, berücksichtige, ergebe sich ein Konzernjahresergebnis von -0,4 Millionen Euro, im Vorjahr habe der Wert bei -7,6 Millionen Euro gelegen, je Aktie liege das Ergebnis damit bei -0,06 Euro. Aufgrund des Gewinnvortrags aus dem Jahr 2000 und Rücklagenbewegungen belaufe sich das Konzernbilanzergebnis auf 7,9 Millionen Euro, nach 8,2 Millionen Euro im Vorjahr. Der Mitarbeiterstand sei um 5% auf 1.040 Angestellte zurückgegangen.
Beko verfolge als "valueorientierter Investor" die Strategie, "ausgewählte Investmentmöglichkeiten" zu realisieren, die nach Einschätzung des Unternehmens unterbewertet seien. "Mit einer gewissen Zeitverzögerung" sollten beispielsweise Arbitragegeschäfte auch den "Aktionären zugute" kommen. Grundsätzlich sei man bei zukünftigen Beteiligungen oder Übernahmen eher an Unternehmen interessiert, die schon an der Börse notiert seien oder in kurzer Zeit börsenreif gemacht werden könnten.
Dieses Vorgehen werde auch durch die Entwicklung im Vorjahr unterstützt, die at-equity-Beteiligungen seien stärker als die vollkonsolidierten Töchter gewachsen. Schwerpunkt solle laut Kotauczek der geographischer Raum von Beko sein, darüber hinaus müssten die entsprechenden Aktien verfügbar und preiswert sein. Verfügbar deswegen, weil bei den Kandidaten, an denen man sich beteiligen wolle, über die Börse oftmals nur geringe Stückzahlen zu erhalten seien. Bei der 5%-igen Beteiligung an der Brainforce AG würde man beispielsweise zu den aktuellen Preisen an der Börse gerne "massiv zukaufen", laut Kotauczek sei es aber schwer, ausreichende Stückzahlen zu den gewünschten Preisen zu bekommen. Gerüchte, nach denen Beko möglicherweise eine Verschmelzung mit Brainforce anstrebe, habe Kotauczek jedoch widersprochen Schon rein rechtlich sei es für Beko als Finanzholding unmöglich, mit einem Softwareunternehmen zusammen zu gehen.
Bei den Beteiligungen habe man überall zumindest eine geringe Kontrollfunktion inne, die Vorstände könnten "nicht machen, was sie wollen", so Kotauczek. Bis 2003 wolle man in einer Situation sein, sodass man bei den Beteiligungen in einer Hauptversammlung eine Mehrheit habe.
Beko`s Verschuldung liege praktisch bei null, nach "strengen" Kriterien sei die Kriegskasse mit 26 Millionen Euro gefüllt, unter "lockeren" Gesichtspunkten würde man über 35 Millionen Euro verfügen. Wenn man eine leichte Verschuldung voraussetzen würde, könnte die Mittel auf rund 50 Millionen Euro aufstocken. Dabei wolle man aber grundsätzlich einen maximalen Verschuldungsgrad von "20 bis 30%" nicht überschreiten, so Kotauczek.
Im Hinblick auf die Aktionärsstruktur wolle man in diesem Jahr neue strategische Aktionäre gewinnen. Viele Großaktionäre seien nicht besonders kapitalmarkterfahren, es handele sich eher um "stakeholder" (Anteilseigner), die eine enge Verbindung zu bestimmten Bereichen oder Beteiligungen innerhalb der Holding hätten. Zukünftig wolle man die Struktur "kapitalistischer" ausrichten, bislang seien viele Aktionäre eher "familienbezogen" ausgerichtet gewesen. Die neuen Aktionäre könnten Österreicher sein; aber auch Ausländer, die ein definitives Interesse an Österreich haben, kämen in Frage.
Hedgefonds oder Investoren, die an einem kurzfristigen Arbitragegeschäft interessiert seien, suche man nicht. "Friendly Shareholder" finde man normalerweise nur "am eigenen Parkplatz", dies würden viele Politiker aber wohl nie verstehen, so Kotauczek. In dieser Hinsicht wolle man trotz des Börsenlistings am Frankfurter Neuen Markt eine Bereicherung für den heimischen Kapitalmarkt sein, deshalb agiere man auch vom Bankenplatz Wien. Langfristig sei der österreichische Kapitalmarkt aber für Beko zu klein, man wolle sich als Keyplayer im deutschen Sprachraum etablieren, daher wolle man die Präsenz in Frankfurt erweitern.
Aufgrund der unsicheren Marktlage wollte man keinen detaillierten Ausblick für das Gesamtjahr abgeben. Zumindest bilanziell werde man keine Prognosen nennen, strategisch sei die Baisse für die Töchter und Beteiligungen zwar weniger günstig, die Einkaufsmöglichkeiten für die Holding sei aber so "günstig wie noch nie". Das Problem dabei sei, dass man auf einer gefüllten Kriegskasse sitze, diese aber nicht wie gewünscht einsetzen könne, weil über die Börse nur geringe Stückzahlen an gewünschten Kandidaten zu erhalten seien.
Die Personalkosten sollten weiterhin der Umsatzentwicklung angepasst werden, diese Maßnahmen sollten zum Ende des ersten Quartals abgeschlossen sein. Auf die Frage, ob man dieses Jahr wieder ein positives Ergebnis erreichen würde, habe Kotauczek gemeint, dass man "mit größter Wahrscheinlichkeit wieder schwarze Zahlen schreiben" werde, wenn die Konjunktur wie erhofft zur Jahresmitte wieder anspringe. Im Kapitalmarktbereich werde man sicher schwarze Zahlen schreiben, falls es bei den Beteiligungen zu einem Exit komme, gelte dies auch für die gesamte Holding. Grundsätzlich solle bei den operativen Einheiten eine "hohe Kostendisziplin" eingehalten werden, um die EBIT-Marge deutlich zu verbessern.
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